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Die Reinigung und Hygiene von Wasserspendern

" Verkeimtes kühles Nass.. " oder ".. Mediziner warnen vor Gesundheitsrisiken.."

.. und ähnliche Horrorgeschichten über Bakterien und Keime in Wasserspendern kann man immer wieder in den Medien lesen. Oft sind die betroffenen Geräte schlecht gewartet oder, hauptsächlich bei Gallonengeräten, steht das Wasser zu lange in den Behältern bis sie leer sind. Aus Kostengründen wird der Behälter (die "Gallone") erst getauscht, wenn nichts mehr drin ist. Das kann unter Umständen mehrere Wochen dauern. Solches Wasser nimmt allmählich den Charakter eines Pfützenwassers an. Leitungsgebundene Wasserspender sind davon weniger betroffen, weil hier stets frisch aus der Leitung gezapft wird. Lesen Sie nachfolgend, was zu beachten ist, um eine Verkeimung von Wasserspender zu vermeiden. Die Bundesanstalt für Risikobewertung hat einen 7-seitigen Bericht zum Thema veröffentlicht: Titel  " Hygienemängel bei Wasserspendern "

DIN 6650: Regelmäßige Wartungen der Wasserspender

In der DIN 6650 1 bis 9 wird das Thema "Getränkeschankanlagen" behandelt. Zitat aus dem Anhang A.3.2 der DIN 6650-8: „Die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle für leitungsgebundene Wasseranlagen betragen nach der DIN 6650-6 zwischen 90 Tagen und 180 Tagen. Darüber hinaus sind die Empfehlungen der Gerätehersteller zu beachten.“ (Zitat Ende)

Der Betreiber ist verantwortlich für den einwandfreien Zustand der Geräte. Regelmäßige Wartungen müssen im Zweifelsfall nachgewiesen werden. Hygiene darf keine Kostenfrage sein! Daran zu sparen, wäre der falsche Weg. Die Wartungen sind auch zur Sicherstellung der einwandfreien Funktionen erforderlich. 

Während der Wartung bzw. Reinigung werden die Wasserspender innen gereinigt und desinfiziert. Dabei werden auch die Schläuche mit Reinigungsmittel durchgespült. Bei einem Wasserspender sollte eine Berührung des Zapfhahn nicht möglich sein, um eine Rückverkeimung (retrograde Verkeimung) von außen in das Geräteinnere zu vermeiden. Zum Schutz davor gibt es verschiedene technische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Bestrahlung mit UV oder eine Erhitzung des Zapfhahnes (siehe weiter unten). Fragen Sie vor dem Kauf eines Wasserspender nach, welcher Schutz vor Rückverkeimung im Gerät vorhanden ist. In den meisten Fällen reicht ein simpler Schutz vor Berührung des Auslasshahnes völlig aus. Ob die anderen Maßnahmen wirkungsvoll sind soll hier nicht beurteilt werden. Man darf aber nicht übersehen, daß mit den angepriesenen zusätzlichen Methoden auch zusätzliches Geld verdient wird. 

Eine gute, gründliche und regelmäßige Wartung ist auf jeden Fall Pflicht bei den Trinkwasserspendern.

Keime können hauptsächlich dann von außen in das Gerät eindringen, wenn die Hygiene mangelhaft ist. In Kliniken und Seniorenheimen ist die Hygiene besonders wichtig, weil die Insassen immungeschwächt sein können und weil besonders zähe und resistente Keime in der Luft vorkommen können (sogenannte nosokominale Keime). Generell spielt die Hygiene bei den Wasserspendern die wichtigste Rolle. Zeitungsartikel über verkeimte Wasserspender beziehen sich fast ausschließlich auf vernachlässigte Wasserspender mit Gallonen. Die Gallonen sollten nach ihrem Anbruch spätestens innerhalb 3-4 Tagen gewechselt werden. Sonst können vermehrt Bakterien auftreten. Beim Zapfen von Wasser aus Gallonen, steigen innen Luftblasen auf. Damit sich die Gallone entleeren kann, muß von außen Luft in das Innere der Gallonen zugeführt werden, sonst würde im Inneren ein Unterdruck entstehen, und kein Wasser mehr ausfließen. Die meisten Stoffe, die in der Umgebungsluft enthalten sind, finden sich deshalb nach mehrmaligem Zapfen im Inneren der Gallone wieder. Dies ist besonders an stark belebten Orten wie Kaufhäusern, oder im Wartezimmer von Arztpraxen (erhöhte Infektionsgefahr!) nicht akzeptabel. Die Betreiber von Gallonen-Wasserspendern sind deshalb gut beraten, angebrochene Gallonen nach angemessener Zeit auszutauschen, auch wenn sie noch nicht vollkommen leer sind, um mögliche Gesundheitsrisiken auszuschließen. Trinkwasserspender mit Festwasseranschluss (Tafelwasseranlagen) sind laut Prof. Daschner von Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene in Freiburg kaum betroffen.Die Studie liegt uns vor.


Keimsperren

Mehr zum Thema:  Hygiene von Wasserspendern und Keimsperren

1.) UV-Licht

UV-Licht wirkt keimtötend, wenn es lange genug auf die Mikroorganismen einwirken kann. Fließendes Wasser wird nur dann venünftig desinfiziert, wenn es sehr langsam an der UV-Quelle vorbei fließt oder die UV-Quelle sehr stark ist. Der erste Punkt führt zu einem geringen Wasserausstoß, der zweite Punkt zu teuren und großen UV-Anlagen. 

2.) Hitze

Außreichende Hitze tötet lebende Keime ab, aber nicht alle Sporen. Im Wasserspender eingesetzt bildet sich an der Erhitzungsstelle ein Kalkniederschlag, der nach unserer Meinung eher kontraproduktiv ist. Durch fießendes kaltes Wasser, wird die Hitzewirkung eliminiert.

3.) Oxidation

Starke oxidative Gemische wie Ozon/Sauerstoffe wirken ebenfalls antibakteriell. Auch hier werden Sporen meistens nicht abgetötet. Die Oxidationswirkung kann 24 Stunden einwirken. Es ist darauf zu achten, daß die zulässigen Höchstgrenzen für Trinkwasser nicht überschritten werden. Wasserwerke desinfizieren auf diese Weise Trinkwasser. 

4.) Mechanische Sperren

Mit Abdeckungen am Wasserauslass soll verhindert werden, daß durch Berührung Keime ins Innere der Trinkwasserspender gelangen. Einfach zu lösen und völlig wartungsfrei.

5.) Sterilfiltration

Mikrofilter mit einer Trenngrenze unter 0,2µm lassen keine Bakterien und Einzeller passieren. Deshalb wirken Sie im Wasserzulauf sehr gut. Im Wasserauslauf ist zu Bedenken, daß sich Bakterien auf der Außenseite des Filters ansiedeln und so ins gezapfte Wasser gelangen können.

6.) Beschichtung

Durch Nanobeschichtungen soll erreicht werden, daß speziell das Wasserauslaufröhrchen völlig trocken läuft. Diese Maßnahme stellt keine Desinfektion im klassischen Sinne dar. Sie ist eher vergleichbar mit einer mechanischen Sperre. Ob sich Nanopartikel lösen ist zu prüfen.

Kühlung

Wie beim Kühlschrank wirk die Kühlung einer Verkeimung hemmend entgegen. Sie verzögert eine Vermehrung von Mikroorganismen, verhindert sie aber nicht. Gerade wenn Wasserspender ein bis 2 Tage nicht benutzt werden (an Wochenenden) ist es wichtig, daß die Kühlung des Gerätes nicht abgeschaltet wird. Ungekühltes Wasser verkeimt schneller ale gekühltes Wasser. Deshalb lehnen einige Firmen die Verwendung von ungekühltem stillem Wasser im Trinkwasserspender ab. 

Kohlensäure CO2

Kohlensäure wirkt , wenn auch nur gering, einer Verkeimung entgegen. Deshalb tendiert kohlensäurehaltiges Wasser weniger zur Verkeimung als stilles Wasser.

Hausinstallation

Wasserspender sollten immer an Leitungen angeschlossen werden, die regelmäßig benutzt werden. Unter Umständen muß die verwendete Leitung regelmäßig gespült werden. Bei dieser Frage kann ihnen der Installateur, der ihre Wasserrohre verlegt, weiter helfen.

Kohlefilter

Kohlefilter wirken nicht desinfizierend Sie adsorbieren durch Ihre große Oberfläche organische Stoffe wie zB Arzneimittelreste, Pestizide oder Hormone die eventuell im Wasser sein könnten. Es gibt auf dem Markt zertifizierte Kohlefilter die angeblich 99% Adsorbitionsvermögen gegenüber diesen organischen Stoffen haben. In den Kohlefiltern siedeln sich mit der Zeit Bakterien an, die auch von den adsorbierten Substanzen leben. Deshalb ist ein Kohlefilter nur sinnvoll, wenn anschließend durch eine Sterilfiltration verhindert wird, daß Keime aus dem Kohlefilter weiter in den Trinkwasserspender wandern. Beim Einsatz von Kohlefltern sind außerdem Rückflusssperren anzubringen damit aus dem Kohlefilter nichts zurück in das Leitungswassernetz fließt.